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Spock Rock – Mode und Wohnkultur der Emo-Szene

19. September 2011 von Emo Witze

Erst seit Ende der 90er-Jahre haben Anhänger des Emotional Hardcore eine eigene Mode, die sich von anderen leicht unterscheiden lässt. Das ist insofern verwunderlich, als sich das musikalische Genre bereits ab Mitte der 80er auf den Weg machte. Bandnamen wie „Rites of Spring“ oder „Fugazi“ kommen einem in den Sinn. Damals allerdings kleidete man sich noch, wie es in der Punk- und Hardcoreszene üblich war. Doch seitdem sich Justin Pearson mit seinen Swing Kids auf die große Bühne wagte, hat sich dies grundlegend geändert.

Viele Emos nahmen seinen Stil zum Vorbild. So entstand der „Spock Rock“ als unverwechselbares Stilmittel der Szene. Dunkle Ponys, schwarze Haare, blasser Teint, eben wie die schizoid wirkende, gleichnamige Figur aus Raumschiff Enterprise. Auch was die Klamotten angeht, hat sich die Szene entwickelt. Angefangen bei Hochwasserhosen und engen schwarzen T-Shirts, bis hin zu heutigen Röhrenjeans, dunkel geschminkten Augen, Schweißbändern und Chuks. Viele der aktuellen Trends verweisen auf die Wurzeln der Emoszene, auf Punk und Gothic, zurück.

Zum Glück wird also die Mode vielfältiger. Das lässt sich auch immer häufiger innerhalb der vier Wände von Emos beobachten. Schwarze oder neonfarbene Rollos, Accessoires die auf Widersprüchlichkeiten aller Art hinweisen, am liebsten mit einem guten Ende, halten das Lebensgefühl einer ganzen Generation fest. Vor allem paradoxe Symbole scheinen den Zwiespalt, dem sich viele Emos ausgesetzt sehen, auf witzige wie traurige Weise Ausdruck zu verleihen. Totenschädel mit einer Rose zwischen den Zähnen oder gehängte „Hello Kitty“ Plüschfiguren sind beliebte Einrichtungsgegenstände.

Auch wenn mittlerweile das Schwarz durch Rot, Pink oder Silber ein wenig aufgebrochen wird, ist es immer noch die vorherrschende Farbe. Das hat weniger mit nachlassender Bereitschaft zum Mischen von „Sexy“ mit Anarchie zu tun, als vielmehr mit dem Umstand, dass Schwarz die Augen entspannt und gemütlich ist. Der auch von Vampiren benötigte Sonnenschutz für die Ausstattung ihrer „Gruft“ hat also einen ernstzunehmenden Hintergrund. Im Dunkeln lässt es sich einfacher verinnerlichen, was die Welt einem abverlangt und wovon keiner weiß, ob es überhaupt Sinn ergeben kann.

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